
Konnektor-Update auf PTV6: So bereiten Sie Ihre Praxis vor
Das PTV6-Update bringt technische Änderungen am Konnektor. Erfahren Sie, welche Vorbereitungen nötig sind, wann das Roll-out erfolgt und wie Sie bei Problemen reagieren sollten.
# Konnektor-Update auf PTV6: So bereiten Sie Ihre Praxis vor
Die gematik hat mit PTV6 (Produkttypversion 6) eine neue Konnektor-Generation angekündigt, die schrittweise in deutschen Arztpraxen ausgerollt wird. Das Update bringt technische Neuerungen mit sich, die Sie als Praxisbetreiber kennen sollten. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was sich konkret ändert und wie Sie Ihre Praxis optimal auf das Update vorbereiten.
Technische Änderungen durch PTV6
Der Konnektor in PTV6 unterscheidet sich in mehreren Punkten von den Vorgängerversionen PTV4 und PTV5. Die wichtigsten technischen Neuerungen:
Verbesserte Verschlüsselung: PTV6-Konnektoren nutzen ausschließlich TLS 1.2 und höher. Ältere Verschlüsselungsprotokolle werden nicht mehr unterstützt. Dies kann bei veralteten Praxisverwaltungssystemen zu Kompatibilitätsproblemen führen.
Neue Zertifikatsformate: Die Zertifikatsverwaltung wurde überarbeitet. SMC-B-Karten (Security Module Card – Betriebsstätte) müssen in einigen Fällen neu ausgestellt werden, wenn diese noch auf älteren Standards basieren.
Erweiterte ePA-Funktionen: PTV6 bereitet die Infrastruktur auf erweiterte elektronische Patientenakten-Funktionen vor, die ab 2024 schrittweise verfügbar werden.
Hardwareanforderungen: Einige ältere Konnektor-Modelle können nicht auf PTV6 aktualisiert werden und müssen gegen neue Geräte ausgetauscht werden. Ihr TI-Provider informiert Sie, ob Ihre Hardware betroffen ist.
Wichtig für die Praxis: Nach dem Update kann es zu kurzzeitigen Ausfällen bei Online-Abrechnung, Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) und E-Rezept kommen. Ein Update dauert in der Regel 15 bis 45 Minuten, je nach Konnektor-Modell und Netzwerkanbindung.
Vorbereitung im Praxisteam
Eine strukturierte Vorbereitung minimiert Störungen im Praxisablauf. Folgende Schritte haben sich bewährt:
Informationsstand prüfen: Klären Sie mit Ihrem TI-Provider, wann das Update für Ihre Praxis geplant ist. Die meisten Provider informieren 2 bis 4 Wochen im Voraus per E-Mail oder über ihre Service-Portale.
Praxissoftware aktualisieren: Stellen Sie sicher, dass Ihre Praxisverwaltungssoftware auf dem neuesten Stand ist. Systeme wie Praxis-IT stellen regelmäßig Updates bereit, die Kompatibilität mit neuen TI-Versionen gewährleisten. Prüfen Sie dies spätestens eine Woche vor dem geplanten Konnektor-Update.
Kartenmaterial kontrollieren: Überprüfen Sie, ob alle SMC-B-Karten und Heilberufsausweise (HBA) gültig sind. Abgelaufene Karten sollten rechtzeitig erneuert werden.
Team informieren: Schulen Sie Ihr Praxisteam kurz über den Update-Termin und mögliche Ausfallzeiten. Planen Sie für diesen Zeitraum keine kritischen Abrechnungsvorgänge ein.
Update-Termin optimal wählen: Falls Ihr Provider Ihnen mehrere Termine anbietet, wählen Sie möglichst einen Zeitpunkt außerhalb der Sprechzeiten – idealerweise am frühen Morgen vor Praxisbeginn oder in der Mittagspause.
Roll-out-Zeitfenster und Planung
Die gematik hat für PTV6 einen gestaffelten Roll-out vorgesehen. Dieser erfolgt nicht gleichzeitig bundesweit, sondern wird von den einzelnen TI-Providern nach eigenem Zeitplan durchgeführt.
Zeitrahmen: Der Roll-out begann im vierten Quartal 2023 und wird sich bis Ende 2024 erstrecken. Kleinere Praxen werden häufig früher eingeplant als große Medizinische Versorgungszentren.
Automatisches vs. manuelles Update: Die meisten Konnektoren werden remote über das Netzwerk aktualisiert. In Ausnahmefällen – etwa bei Hardware-Tausch – ist ein Vor-Ort-Termin durch einen Techniker erforderlich.
Rückmeldepflicht: Nach dem Update sollten Sie testen, ob alle TI-Anwendungen funktionieren. Führen Sie einen Testvorgang für VSDM durch und prüfen Sie den Zugriff auf die Anwendungen, die Sie regelmäßig nutzen.
Falls Sie bis Ende 2024 noch keine Information zu Ihrem Update-Termin erhalten haben, kontaktieren Sie proaktiv Ihren TI-Provider.
Notfallplan bei Update-Problemen
Trotz sorgfältiger Planung können während oder nach dem Update Probleme auftreten. Ein Notfallplan hilft, schnell zu reagieren:
Während des Updates: Unterbrechen Sie den Update-Vorgang nicht. Auch wenn dieser länger dauert als angekündigt – warten Sie mindestens 60 Minuten, bevor Sie den Provider kontaktieren.
Nach dem Update: Testen Sie systematisch alle TI-Funktionen. Erstellen Sie eine Checkliste: VSDM-Aktualisierung, Zugriff auf eMP (elektronischer Medikationsplan), KIM-Kommunikation (falls genutzt), E-Rezept-Erstellung.
Häufige Fehlerquellen:
- Kartenfehler: Entfernen Sie alle Karten aus dem Konnektor und stecken Sie diese nacheinander neu ein
- Netzwerkprobleme: Prüfen Sie, ob der Konnektor korrekt mit dem Router verbunden ist
- PIN-Eingaben: Nach Updates müssen manchmal PINs erneut eingegeben werden
Support-Kontakt: Notieren Sie die Support-Hotline Ihres TI-Providers griffbereit. Die meisten bieten während des Roll-out-Zeitraums erweiterte Supportzeiten an.
Offline-Betrieb: Sollte der Konnektor längerfristig ausfallen, können Sie für Privatpatienten weiterhin Rezepte und Überweisungen auf Papier ausstellen. Für GKV-Patienten gilt: Das VSDM kann bis zu 3 Kalendertage übersprungen werden, danach ist eine Online-Prüfung wieder verpflichtend.
Dokumentieren Sie alle Probleme und deren Lösung – dies hilft dem Support bei der Fehleranalyse und Ihrem Team bei ähnlichen Fällen in der Zukunft.
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